Die Spieltheorie wird bei Verhandlungen heute eher wenig berücksichtigt. Dabei ergeben Sie bei Ihrer Einbeziehung neue und vorteilhafte Erkenntnisse über den Verhandlungspartner sowie die Verhandlungssituation und erlaubt somit die Erarbeitung von optimierten Verhandlungsstrategien.

Bei Kompromissbereitschaft der Verhandlungspartner in einer Verhandlung orientiert sich das Ziel des Verhandlungsprozesses an der Erreichung einer Übereinkunft. Das Ergebnis des erhandlungsprozesses ist die konkrete Aufteilung des Wertes über welchen verhandelt wird. In der Spieltheorie wird grundsätzlich zwischen simultanen und sequenziellen Verhandlungsprozessen unterschieden. Beide Formen wirken sich direkt auf das Angebot bzw. Gegenangebot der verhandelnden Parteien aus. Außerdem untersucht die Spieltheorie die möglichen Auswirkungen von strategischen Einflussfaktoren auf den Verhandlungsprozess.

Entscheidende strategische Einflussfaktoren bei Verhandlungen sind die Verhandlungsmacht, die Verhandlungsstrategie, Geduld sowie die "Brinkmanship"

Das Letztere bedeutet "Spiel mit dem Feuer" und ist eine Verhandlungsstrategie mit hohem Risiko - dem Verhandlungspartner wird eine beidseitige Katastrophe angedroht für den Fall, dass keiner in der Verhandlung nachgibt.

Im Ergebnis der spieltheoretischen Betrachtungen werden die jeweiligen Verhandlungsschritte unter Berücksichtigung der Einflussfaktoren analysiert und die möglichen Teilergebnisse hinsichtlich der individuellen Bedürfnisse abgewogen. Entsprechend kann jede Verhandlungspartei unter den entstehenden Alternativen jene mit der größten Nutzenmaximierung auswählen.

So läßt sich die Verhandlungssituation jederzeit spieltheretisch analysieren und damit die Verhandlungsstrategie anpassen.